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Das Bild zeigt das Militärhistorische Museum bei nächtlicher Beleuchtung.
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Geschichte des Museums

Vom Arsenal bis zur Neukonzeption

Die Anfänge des Museums

Der Grundstein für das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden wurde bereits im Jahr 1559 gelegt. Im Zentrum der Stadt entstand damals das „Churfürstlich Sächsische Hauptzeughauß zu Dresden“, in welchem die kursächsische Armee Waffen und Kriegstrophäen verwahrte.

 

Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 baute man vor den Toren der Stadt einen neuen, in sich geschlossenen militärischen Bereich, den man nach dem sächsischen König Albert (1828-1902) benannte. Diese „Albertstadt“ verfügte unter anderem über Infanteriekasernen, Munitionsmagazine, ein Festungsgefängnis, Werkstätten, eine Garnisonkirche und ein zentrales Arsenal-Hauptgebäude – das heute das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden beherbergt.

Die beiden Sammlungen

Die noch vorhandenen Sammlungsbestände des Hauptzeughauses wurden in das 1876/77 fertiggestellte Arsenalhauptgebäude überführt. Die Sammlung wurde um wichtige Bestände erweitert. Hervorzuheben sind dabei die  „Thierbachsche Gewehrsammlung“ – eine einmalige Kollektion von Gewehrschlössern des Waffenkundlers Moritz Thierbach. Im Mai 1897 öffnete das Haus unter dem Titel „Historische Waffen- und Modellsammlung im Arsenal“ für interessierte Zivilbesucher. 1914 kam es zur Vereinigung mit der Armeesammlung von Ludwig Wurmb – einer Sammlung von Bildwerken zur sächsischen Armee – zum Königlich Sächsischen Armeemuseum.

Das nach dem Ersten Weltkrieg in Sächsisches Armeemuseum umbenannte Haus, öffnete ab 1923 schrittweise seine Türen und blieb weiterhin eine unkritische Schausammlung militärischer Sachzeugnisse. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Museum ab 1939 dem Chef der Heeresmuseen unterstellt und ab 1942 unter dem Namen „ Armeemuseum Dresden“ geführt.

Nach dem Krieg zivile Nutzung

Bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde das Museumsgebäude nicht getroffen. Nach dem Ende des Krieges wurde die Sammlung teilweise in die Sowjetunion abtransportiert. Zudem erging ein Verbot von militärischen Museen im besetzten Deutschland. Damit blieb auch das Schicksal des Arsenalgebäudes als Ort militärischer Zeugnisse zeitweilig im Ungewissen. 1946 übernahmen schließlich die „Städtischen Sammlungen“ Dresden das unzerstörte Gebäude und nutzten es über mehrere Jahre als Stadthalle für unterschiedliche Veranstaltungen.

Neben Weihnachtsmärkten und Blumenausstellungen fand im Herbst 1946 die „Allgemeine Deutsche Kunstausstellung“ mit 600 Kunstwerken aus ganz Deutschland statt. Ein Jahr nach Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) entschied das Ministerium für Nationale Verteidigung sich 1957 für die Gründung einer „Ständigen Ausstellung“ zur Geschichte der NVA. Diese eröffnete  im März 1961 als Deutsches Armeemuseum im Potsdamer Marmorpalais. 

Neueröffnung als Armeemuseum der DDR

Ab 1965 ließ die NVA und die dem Museum vorangestellte Politische Hauptverwaltung das Arsenalgebäude in Dresden für Ausstellungszwecke sanieren. Im März 1972 eröffnete es als „Armeemuseum der DDR“ eine völlig überarbeitete und für damalige Verhältnisse hochmoderne Ausstellung mit fast 6.000 gezeigten Exponaten. Das Museum in Dresden genoss national wie international einen guten Ruf und wurde Mitglied in zahlreichen internationalen Museumsverbänden.

1990 wurde das Armeemuseum der DDR auf Wunsch der Mitarbeiter in „Militärhistorisches Museum Dresden“ unbenannt und ein Jahr nach der Wiedervereinigung von der Bundeswehr übernommen. Gemäß der vom Bundesverteidigungsminister Volker Rühe erlassenen „Konzeption für das Museumswesen in der Bundeswehr“ wurde das Militärhistorische Museum ab 1994 Leitmuseum im Museums- und Sammlungsverbund der Bundeswehr und löste den bisherigen Standort Rastatt in Baden-Württemberg ab.

Neukonzeption

Anfang der 2000er Jahre begann ein Expertenteam mit der inhaltlichen Neukonzeption des Hauses, die von einem internationalen Architektenwettbewerb begleitet wurde. Es galt, eine komplette inhaltliche Neuausrichtung zu konzipieren und den in die Jahre gekommenen Museumsbau mit seiner reichhaltigen Sammlung in die Gegenwart zu überführen. Die militärische und kriegerische Vergangenheit Deutschlands sollte für Besucher aus dem In- und Ausland gleichermaßen attraktiv präsentiert werden.

 

Der renommierte amerikanische Architekt Daniel Libeskind gewann den Wettbewerb. So setzte er mit seiner Idee eines Keils, der das historische Gründerzeitgebäude überragen sollte, radikal neue Maßstäbe für die Außenwirkung des Museums. Dabei ging es ihm um eine kritische, differenzierte und ehrliche Auseinandersetzung mit Militär, Krieg und Gesellschaft vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Stets sollten Menschen als Subjekte und Objekte im Kontext einer umfassenden Kulturgeschichte der Gewalt betrachtet werden. Das Ergebnis der langjährigen Arbeiten war die feierliche Eröffnung des neugestalteten Museums im Oktober 2011.

Architektur

Falls Sie sich für Hintergründe zum Neubau interessieren, finden Sie hier weitere Informationen.

Aktuelle Themen im Fokus

Die Jahre nach der Neueröffnung waren geprägt von großen Sonderausstellungen zum Ersten Weltkrieg, der Erinnerung an die Schlacht von Stalingrad und die Gründung des Deutschen Reiches. Hinzu kamen zahlreiche größere und kleinere Foto- und Kabinettausstellungen, künstlerische Interventionen zu historischen, aber auch aktuellen Themen. Immer wichtiger dabei wird der Umgang mit Deutschlands militärischen Einsätzen in der Ära Merkel und der damit einhergehenden Zeitwende für die Bundeswehr.

Die Dauerausstellung

In unserer Dauerausstellung befinden sich knapp 10.000 Exponate. Zu den Ausstellungen des Militärhistorischen Museums.

Für die nächsten Jahre plant das Museum eine grundlegende Neugestaltung der Dauerausstellung bei Beibehaltung des bestehenden Konzeptes – die Öffnung des Diskurses über die Rolle von Krieg und Militär in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.