Zum Hauptinhalt springen
Das Bild zeigt Offiziersfeldbinden der NVA aus dem Bestand des Militärhistorischen Museums.
Informationen zum Urheberrecht öffnen

Sachgebiet

Uniformen, Feldabzeichen

Sachgebiet

Kleidung, Symbole und Musik als Spiegel militärischer Kultur

Zeichen von Abgrenzung und Zugehörigkeit

Uniformen, Feldzeichen und Militärmusik dienen der Selbstdarstellung von Armeen und spielen gleichzeitig eine wichtige funktionale Rolle. Sie sollen beeindrucken und Identität stiften, sind Zeichen für Freund und Feind, und unerlässliche Arbeitsmittel im soldatischen Alltag. Damit prägen sie das Bild des Militärs nach innen wie nach außen.  

Der Bereich sammelt und bewahrt Objekte, die im weitesten Sinne der militärischen Bekleidung und der persönlichen Ausrüstung zuzuordnen sind, außerdem Feldzeichen und Musikinstrumente sowie deren Zubehör.

Mit rund 85.000 Objekten verfügt die Sammlung über eine beeindruckende Auswahl: vom Knechtsharnisch des 17. Jahrhunderts über Uniformröcke des 19. Jahrhunderts bis hin zu Patches der Bundeswehr in Auslandseinsätzen. 

Uniformen in den Ausstellungen

Uniformen sind in den chronologischen Rundgängen ebenso präsent, wie im Themenparcours. Sie dienen als „Wegweiser“ durch die Epochen – vom späten Mittelalter bis heute – und vergegenwärtigen das Wechselspiel mit ziviler Mode und jeweiligem Zeitgeist.

Uniformen – Gleichheit und Unterschied zugleich

Uniformen kennzeichnen eine Zusammengehörigkeit sowie die Zugehörigkeit zu einer Truppe oder einem Dienstgrad. Dennoch sind sie keine bloßen Zeichen von Gleichheit, sondern eine differenzierte „Sprache“, die den Menschen in der Hierarchie des Militärs verortet. Durch die Zwänge des Krieges wich ihre repräsentative Bedeutung im Laufe der Zeit zunehmend ihrer Funktion als Arbeitskleidung.  

Zur Sammlung gehören Kopfbedeckungen, Oberbekleidung, Schuhwerk sowie zahlreiche Details wie Kragenspiegel oder Dienstgradabzeichen. Das Militärhistorische Museum sammelt vor allem Uniformen deutscher, aber auch ausländischer Streitkräfte.

Feldzeichen – sichtbare Zeichen von Identität

Als Feldzeichen gelten im strengen Sinne Fahnen und Standarten, die von Fuß- und berittenen Truppen getragen werden. Sie bestehen üblicherweise aus einem Stock, einem bestickten oder bemalten Tuch, einer Spitze sowie dekorativen Bändern. Auch Schellenbäume militärischer Musikkorps gehören zu diesem Bereich.  

Feldzeichen sind Träger von Symbolik und waren bereits in der Antike weithin sichtbare Embleme und Sammelpunkte. Sie dienten der Identifikation, der Orientierung und verkörpern die Ehre ihres Truppenteiles. Ihr Verlust galt daher stets als tiefe Schmach.  

Rüstungen – Schutz auf dem Schlachtfeld

Dieser Sammlungsbereich umfasst militärische Schutzbewaffnung vom Mittelalter bis zur Gegenwart. So gibt es neben dem klassischen Vollharnisch aus Eisen, der seinen Träger von Kopf bis zu den Zehen schützte, und den Kürsassen der schweren Kavallerie im 19. Jahrhundert, die als dessen „Überbleibsel“ nur noch aus Brust- und zum Teil Rückenpanzern bestanden, auch „Rüstungen“ des 20. Jahrhunderts. 
Im Ersten Weltkrieg führte die Notwendigkeit, sich vor Projektilen und Splittern zu schützen, zur Entstehung von Stahlhelmen und Sappenpanzern, und auch heute ist Körperschutz beim Militär im Einsatz. Jedoch aus leichteren Materialien wie Kevlar.  

Ausrüstung – die Last der Soldaten

Ein Soldat trägt, was er braucht selbst: Waffen und Munition, aber auch Tornister, Taschen, Verbandszeug, Essgeschirr und Feldflaschen. Damit soll er bis zu einem gewissen Grad von Nachschubgütern unabhängig sein.  

Dieses „Gerödel“ – wie es vor allem in bayerischen Bataillonen der Bundeswehr heißt – war stets Notwendigkeit jedoch zugleich auch Bürde, und so wurden schon römische Legionäre seinetwegen als „Maulesel des Marius“ bezeichnet. Heute mag der technische Fortschritt die Einsätze und die Ausrüstung der Soldaten verändert haben, wie ihre antiken Vorgänger, tragen sie aber nach wie vor allerlei mit sich herum.

Militärmusik – Klang und Signal

Seit der Antike war Musik ein fester Bestandteil des Militärs. Signalisten, die immer vollwertige Soldaten waren, übermittelten mit Trompeten, Trommeln und Pfeifen weithin hörbare Kommandos. Ihre Instrumente waren begehrte Kriegsbeute. Auch wenn hierbei der monetäre Wert vermutlich nicht im Vordergrund stand.

Gleichzeitig war Militärmusik immer mehr als Signalgebung. Orchester aus zivilen Instrumentalisten und deren „militarisierte“ Nachfolger, die Musikkorps, begleiteten Truppen mit ihren Klängen auf dem Marsch und im Gefecht, und prägten das gesellschaftliche Leben bei Regimentsbällen und Standkonzerten. Viele damals neue Instrumente wie die Ventiltrompete und das Saxophon wurden so populär. 


Mehr zur Sammlung

Wenn Sie mehr über die Sachgebiete unserer Sammlung erfahren wollen, klicken Sie hier.