Zum Hauptinhalt springen
Die Grafik zeigt eine Reichsflugscheibe und einen Panzer des Typs Tiger.
Informationen zum Urheberrecht öffnen

Sonderausstellung bis 09.03.2027

Wunder­waffen

Sonderausstellung bis 09.03.2027

Propaganda und Kriegstechnik im Nationalsozialismus

Mediale Inszenierung von Waffen­systemen

Kriegstechnik dient seit Jahrhunderten nicht nur dem Kampf, sondern auch der Propaganda. Im 20. Jahrhundert verstärkten neue Technologien die Symbiose von Medien und Militär. In den von Technik geprägten Gesellschaften der Hochmoderne gewann die Inszenierung der modernsten Kriegstechnik an Bedeutung.

Das führte dazu, dass aus der Zeit des Nationalsozialismus insbesondere die Vergeltungswaffen V 1 und V 2 bis heute äußerst bekannt sind. Auch deshalb, weil sie durch die NS-Propaganda als sogenannte Wunderwaffen Berühmtheit erlangten. Die Ausstellung im Militärhistorischen Museum zeigt, dass hinter dem propagandistischen Versprechen nach Wundern ein massiver und komplexer Manipulationsprozess der öffentlichen Wahrnehmung lag.


Massenwaffen mit mäßigem Erfolg

Als Vorgeschmack zu der Sonderausstellung eröffnete bereits im Dezember 2025 das „Prequel“ mit dem Titel „Massenwaffen der Niederlage“. Die hier ausgestellten Waffensysteme wurden von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in großer Stückzahl zum Einsatz gebracht – jedoch mit Abstrichen in Bezug auf ihre Qualität und Leistungsfähigkeit.

Nicht nur bei ihrer rücksichtslosen Produktion starben viele Zwangs- und KZ-Arbeiter, auch an der Front führte der Einsatz dieser Waffen zu hohen Verlusten in den eigenen Reihen. Dennoch hob die Propaganda ihre vermeintliche Überlegenheit gerne hervor.


Kriegstechnik als Mythos

Ob V1, Marschflugkörper oder Tiger-Panzer, jedes Waffensystem war in einen ideologischen Kontext eingebettet, mit dem Propagandabotschaften verkauft wurden. Nationalsozialistische Feindbildkonstruktionen sollten den Vorwand für eine beispiellose Gewaltentfesselung liefern und die Kriegspropaganda versuchte mit Hilfe von inszenierten Waffensystemen, die Deutschen für die Kriegsführung zu begeistern.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lernten die Propagandisten, Waffen wie die „Stuka“ (Sturzkampfflugzeug) oder die „Hitlersäge“ (Maschinengewehr 42) wirkungsvoll zu inszenieren. Im weiteren Kriegsverlauf radikalisierte sich dieser Prozess. Als die Kriegslage immer schlechter wurde, kamen sogenannte Wunderwaffen oder Vergeltungswaffen zum Einsatz. Waffensysteme wurden nun bereits vor ihrem Ersteinsatz zielgerichtet für den Propagandakrieg entwickelt.

Kritischer Blick auf Kriegs­propaganda

Die dabei entstandene High-Tech und unrealistische Waffenprojekte boten die Möglichkeit, dass nazistische Verschwörungstheorien nach dem Krieg daran anknüpfen konnten. In diesen Erzählungen spielen Fantasiewaffen wie die „Reichsflugscheibe“ eine große Rolle. Die Grenzen zu den übertriebenen Waffenentwicklungen aus der Spätphase des Zweiten Weltkrieges wie dem 1.000-Tonnen-Panzer „Ratte“ sind dabei fließend.

Die Propagandatechniken des Nationalsozialismus erzielen zum Teil bis heute Wirkung. Die breite Verwendung des Begriffs „Wunderwaffen“ in den verschiedensten Kontexten des Ukrainekrieges ist gegenwärtig das populärste Beispiel dafür. Die Ausstellung zeigt somit, dass Waffensysteme und ihr Diskurs stets zusammenzudenken sind, und versucht anhand des Beispiels des Nationalsozialismus, das Bewusstsein für eine kritische Sichtweise auf diesen wichtigen Aspekt jeder modernen Kriegspropaganda zu schärfen.


Besuch planen

Hat die Ausstellung Ihr Interesse geweckt? Dann planen Sie jetzt Ihren Besuch im Militärhistorischen Museum.

Weitere Ausstellungen entdecken

Auf dem Bild zu sehen ist eine Vitrine aus dem Bereich Formation der Körper.
Informationen zum Urheberrecht öffnen

Dauerausstellung

Multiperspektivischer Blick auf Militär, Krieg und Gewalt

Link zur Seite
Archiv
Zu sehen sind zwei Besucherinnen, sie The Wall besichtigen.
Informationen zum Urheberrecht öffnen

The Wall

Fotografische Reise entlang des Atlantikwalls

Link zur Seite
Archiv
Das Bild zeigt ein Diorama, das im Zuge der Sonderausstellung eine Schlacht illustrierte.
Informationen zum Urheberrecht öffnen

Napoleon muss untergehen

Die Sonderausstellung „Napoleon muss untergehen“ war vom 13.3.2026 bis zum 9.3.2027 im MHM zu sehen und befasst sich mit Militärtechnik und Propaganda.

Link zur Seite
1